Samstag, 12. Dezember 2015

Törchen - Tag Nr. 12

12. Dezember


Guten Morgen Ihr Lieben?

Nun haben wir schon den 12. Dezember - Halbzeit auf dem Weg zu dem "Fest" des Jahres!

Heute habe ich mal ein nachdenkliches Törchen! 

In den letzen Tagen mache ich mir oft Gedanken über den Advent und das bevorstehende Weihnachtsfest. 

Dabei merke ich, dass ich gerne mal wieder das Gefühl spüren würde, 
welches man als Kind in der Adventszeit hatte.

Was hat man nicht alles in dieser heimeligen Zeit getan; 
Flöte gespielt, gesungen, Gedichte auswendig gelernt, gelesen und ganz viel gebastelt.

Von Stress und Hektik war da noch nichts zu spüren, nur von Heimlichkeiten und dem Gefühl, dass es ewig bis Heilig Abend dauert. 


 Wir haben noch Wunschzettel geschrieben auf denen Dinge standen wie 
Schlitten, Schlittschuhe, Bücher, Puzzel, Puppen, Puppenhaus....


(1972)


Was steht heute darauf?

Spielkonsolen, Multimediageräte, Spiele , Handy, Laptop, Tablett...

Die Zeiten ändern sich!

Kennt Ihr die Werbung, in der eine Mutter nach dem Wunschzettel ihrer Kinder fragt und dann ein riesiger Zettel mit Wünschen, auf Endlospapier, die Treppe runtergelassen wird. 

Ich finde das einfach nur schrecklich.....
ein Überangebot von Dingen die wir und auch unsere Kinder nicht brauchen! 

Macht Ihr den Konsumterror mit?

Ich bekenne, ich mag es Geschenke auszupacken -  jedoch noch lieber mache ich welche.  
Das müssen keine pompösen sein - sondern individuelle, auf den Beschenkten zugeschnittene Gaben. 

Und Ihr?




Der Wunschzettel

von Heinrich Seidel (1842 - 1902)

"Das Weihnachtsfest naht schon heran" -
der Hansel sagt's beim Essen -,

"die Wünsche meld' ich euch jetzt an,

ihr dürft sie nicht vergessen!

Um Ski und Schlittschuh' möchte ich
euch ganz besonders bitten;
auch fehlt, ihr wißt es sicherlich,
mir noch ein neuer Schlitten.

Drei dicke Bücher wünsch ich mir,
Briefmarken auch daneben,
dazu ein Album und Papier,
um sie schön einzukleben.

Ein Domino, ein Schachbrettspiel,
ein Kasperletheater -
und einen neuen Peitschenstiel
vergiss nicht, lieber Vater!

und viele Tiere auch von Holz
und andere aus Pappe,
Indianerfederkopfschmuck stolz
und eine neue Mappe.

Ein Brennglas, eine Kamera,
ein Blitzlicht für die Nacht; -
ich knipse dann von fern und nah,
wie sich's gerade macht.

Und einen großen Tannenbaum,
dran hundert Lichter glänzen,
mit Marzipan und Zuckerschaum
und Schokoladenkränzen.

Doch scheint euch dies ein wenig viel,
so könnt ihr daraus wählen.
Es könnte wohl der Peitschenstiel
und auch die Mappe fehlen!"

Als Hansel so gesprochen hat,
sieht man die Eltern lachen.
"Was willst du, kleiner Nimmersatt,
mit all den vielen Sachen?"

"Wer soviel wünscht", der Vater spricht,
"bekommt auch nicht ein Achtel.
Er kriegt ein ganz klein wenig Nix
in einer Pfennigschachtel."



Dieses Gedicht ist aus dem letzten Jahrhundert, auch da hatte man als Kind ganz viele Wünsche. 

Aber heute wie damals gab es Eltern die es nicht erfüllen wollten. 

In dieser Sache hat sich nicht so viel geändert. 




Hier seht Ihr mich Weihnachten 1972. 
Damals habe ich einen Kinder-Schreibtisch und eine Puppenstube zu Weihnachten bekommen . 
Wie man sieht, habe ich Bücher schon immer geliebt.  

Für heute verabschiede ich mich und wünsche Euch einen schönen Samstag! 


Monika

Kommentare:

  1. Ach, liebe Monika! Was Du da schreibst, das habe ich auch so oft im Kopf. Auch mitten im Jahr, wenn nicht Weihnachten ist.
    Oft sagen mein Mann und ich, es ist schwer, heute Kind zu sein!
    Was hat unser Junge an manchem Tag in der Grundschule gelitten, weil wir keine PlayStation und Co. hier haben. Der Fernseher steht auf dem Speicher und ist so wie nicht vorhanden, was zu Lästereien führte.
    Seit der neuen Schule unterlässt er es tunlichst, Jungs hierher einzuladen. Zu groß ist die Angst, wieder ein Hänselopfer zu werden.
    Dem gegenüber gibt es dann den Fall, wo eine alleinerziehende Mutter mit drei Kindern so einen Rubbellos-Kalender gekauft hat, diesen, als meiner bei ihrem Sohn verabredet war, stolz präsentierte und als er eine Woche später wieder kommt, lagen alle Lose aufgerubbelt auf dem Tisch. Mein Sohn wunderte sich und sein Klassenkamerad erklärte, daß die Mutter kein Geld mehr hatte und hoffte, die Lose würden einen guten Gewinn bringen... ist das nicht verrückt???
    Es ist eine schwierige Zeit, heute.
    Nein, Kind möchte ich nicht mehr sein. Nun hatte ich nicht das schönste Elternhaus, aber Kind sein, das durfte man damals schon noch! Die Kindheit wird immer kürzer, aber man kann es kaum verhindern!
    So, auch wenn meine Gedanken noch vielfältig sind, ich schließe nun mal. Das bequasseln wir mal bei einem Frühstück ❤ Liebe Grüße, auch an Deine beiden. Habt ein schönes Wochenende! Elke

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  2. Liebe Monika,
    da hast Du sicher Recht, besinnlich geht anders. Aber ich würde mal vermuten, dass es damals unseren Eltern so ging wie uns heute. Ja klar, die Zeit ist schnelllebiger geworden, auch technischer. Ist ja auch von Vorteil, sonst gäbe es ja Blogger nicht und wir würden uns nicht kennen. Aber das ist es, was man unterm Strich als "unbeschwerte Kindheit" auch verstehen kann. Nicht nur die körperliche und geistige Unversehrtheit, die Geborgenheit in der Familie, sondern daraus resultierend eben auch, dass man keine Verpflichtungen hat. Da muss kein Weihnachtsmenu zusammen gestellt werden, keine Geschenke gekauft usw.
    Man kann jetzt nur versuchen als Erwachsener etwas "Gas" raus zu nehmen - ja, Du darfst jetzt herzhaft lachen, was ich hier gerade demonstriere ist der Unterschied zwischen Theorie und Praxis. In diesem Sinne gehe ich jetzt in die Küche und baue noch ein paar Geschenke!
    Hab einen schönen dritten Advent!
    Liebe Grüße
    Vanessa

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  3. Liebe Monika!
    Es ist tatsächlich ein trauriger Anblick überall diese Hektik in den Städten und der Kaufrausch in den vielen Geschäften. Diese idiotische Werbung kenne ich und schüttle jedesmal den Kopf. So abgestumpft sind hoffentlich nur wenige Kinder und so doofbacken deren Eltern.
    Jedenfalls war das bei uns früher noch im normalen Rahmen, wenn meine Tochter ihren Wunschzettel an die Aussenseite der Wohnungstür hängte,damit der Zettel das Christkind abholen kann. Ich habe diese Zeit ganz besonders mit meinem Kind genossen und so viel wie nur möglich besinnlich gestaltet, auch wenn ich stets eine berufstätige Mama war. Zeit für einander haben, stand daher immer an erster Stelle und zwar das ganze Jahr über.
    Zum Glück gibt es auch noch heute viele junge Eltern, die den Kindern noch das wahre und echte Weihnachten vermitteln. Das zu sehen lässt mich über diese dumme Werbung und den Weihnachtsrummel verschmerzen.
    Dir wünsche ich nun einen gemütlichen dritten Advent! SUSANNE

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  4. Liebe Monika,
    aber warum ist das so? Wir kannten früher kein Internet, Fernsehen gab es nur an manchen Tagen für allerhöchstens eine Stunde, oder es war doch schon was Tolles, wenn man bei Oma abends den "Blauen Bock" oder ähnliches sehen durfte...
    Irgendwie hatten wir eine schöne Kindheit, so ohne viel Werbung und Konsum.
    Ich vermisse das auch etwas.
    Gestern habe ich mit meinem Großen alte Fotoalben durchgeschaut und er meinte, ich hätte mir aber viel Mühe damals damit gemacht. Ja, als die Kinder klein waren, hatten wir auch noch viel mehr Zeit dafür, ohne Blog, ohne Instagram und ähnliches. War eine schöne Zeit. Aber so ganz möchte ich die heutigen Medien auch nicht mehr missen.
    Ganz liebe Grüße
    Nicole

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  5. Liebe Monika!
    Stimmt, als Kind kam einem die Zeit bis Weihnachten eeewig vor und heute vergeht die Zeit wie im Flug. Ich glaube aber auch, dass es bei unseren Eltern früher auch schon eine stressige Zeit war. Meine Mutter war am heilig Abend den ganzen Vormittag am rödeln und schien immer ziemlich gestresst.
    Wir versuchen uns den Tag immer so frei wie möglich zu halten. Ich muss mich zwar meistens noch in den Einkaufstrubel schmeißen, weil ich für meinen Geburtstag am 26. immer noch ein paar frische Zutaten brauche, aber an dem Tag ist es meist gar nicht so voll im Supermarkt und man gewöhnt sich dran.
    Liebe Grüße,
    Nicole

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